10. August 2014

Der Mensch und sein Kampf gegen die Natur

In den letzten Jahren hat es mich immer wieder schockiert wie der Mensch mit sich und der Natur umgeht. Scheinbar haben wir vergessen dass wir nicht über dem Gesetz der Natur stehen, das wir sie brauchen um überleben zu können. Wenn unser Lebensraum auf der Erde zerstört ist nützen unsere Technologien nicht mehr. Ein Fernsehgerät produziert nunmal keinen Sauerstoff oder Nahrung.
Wir wissen das aber ignorieren es geschickt. Weiter werden Regenwälder, die Lungen der Erde, abgeholzt, Bienen mit genmanipulierten Pflanzen vergiftet, die Meere und Grundwasser mit unseren Hinterlassenschaften verseucht.
Und was davon noch übrig ist reißen große, profitgeile Imperien an sich und verkaufen es für das x-fache des eigentlichen Wertes zurück an die ursprünglichen Besitzer. Aber wie kommen die damit überhaupt durch ?
Es ist so einfach und doch so wirkungsvoll: Konsum. Vom Tag unserer Geburt bis zu dem Tag an dem wir das zeitliche segnen werden wir tagtäglich davon überzeugt das wir ohne bestimmte Dinge nicht leben können. Das fängt bei der Folgemilch schon an geht über Laktosefreie Wurst bis hin zu Frischhaltedosen in Bananenform.
Der weibliche Körper produziert während einer Schwangerschaft im Normalfall alles was das neue Leben braucht. Auch nach der Schwangerschaft noch wird Milch produziert die alles Lebenswichtige für den Säugling bereithält und doch verfüttern wir unseren Kindern Milchersatz von namhaften Firmen.
Warum ? Weil diese namhaften Firmen geniale Werbekampagnen haben. Sie machen uns glauben das wir ihr Produkt unbedingt brauchen. Sei es weil ihr Produkt ja viel mehr Nährstoffe und Vitamine enthält oder nur weil es einfacher zu handhaben ist.
Aber ist das wirklich so ? Eher nicht. Muttermilch enthält wichtige Stoffe die das Kind braucht um seine Abwehr gegen Umwelteinflüsse, Krankheiten und Allergien zu stärken. Muttermilch ist natürlicher und gesünder für Neugeborene, stattdessen bekommen unsere Kinder aber die unverwertbaren Molkereste der Kuhmilch. Wobei wir schon beim nächsten Thema wären:

Kuhmilch.

Seit ca. 12.000 Jahren ernährt sich der Mensch auch von Tiermilch. Mittlerweile ist Kuhmilch ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Ernährung in fast allen Teilen der Welt. Doch wie ist es möglich für so viele Menschen ausreichen Kuhmilch zu produzieren ? Der allgemeine Glaube dass eine Kuh nur ein einziges Mal kalben muss um bis an ihr Lebensende Milch zu produzieren ist falsch.

''Die tägliche Milchmenge steigt nach der Geburt des Kalbes zunächst an, erreicht nach 4–6 Wochen ihr Maximum und fällt dann ab (Laktationskurve). Sobald der Östrus der Kuh wieder beginnt und es zur ersten Ovulation kommt, wird die Kuh wieder belegt, d. h. sie wird entweder künstlich besamt (Künstliche Besamung oder KB) oder von einem Bullen gedeckt (Natursprung). Die durchschnittliche Dauer der Trächtigkeit bei Rindern ist ca. 9 Monate, Unterschiede zwischen den Rassen liegen im Bereich von Tagen. Einige Zeit vor der nächsten Kalbung wird die Kuh „trockengestellt“, d. h. der Milchentzug durch das Melken wird entweder abrupt oder sukzessive gestoppt (meistens abrupt, weil das wahrscheinlich mit weniger Stress für die Kuh verbunden ist). Während der Zeit des Trockenstehens (in der Regel wird ein Zeitraum von 8 Wochen angestrebt) kann sich das Alveolargewebe des Euters regenerieren. Zum Zwecke der Vergleichbarkeit wird die jährliche Milchleistung meistens als 305-Tage-Leistung ausgedrückt.'' Die durchschnittliche Milchleistung liegt in Westeuropa und Nordamerika grob zwischen 7.000 und 10.000 kg pro Kuh und Jahr. Kann eine Milchkuh diese Leistung nicht mehr erbringen kommt sie zum Schlachter. Da Milchkühe nahezu dauernd schwanger sind, werden sie auch schwanger geschlachtet. Und so sieht das dann aus: 

 

Tote Kälber

 

Worte einer angehenden Veterinär-Medizinerin, die ein Praktikum in einem Schlachthaus absolvieren musste:
„Erzählen möchte ich, dass immer wieder inmitten dieses schleimigen, blutigen Berges ein trächtiger Uterus zu finden ist, dass ich kleine, schon ganz fertig aussehende Kälbchen in allen Größen gesehen habe, zart und nackt und mit geschlossenen Augen in ihren schützenden Fruchtblasen, die sie nicht zu schützen vermochten, - das kleinste so winzig wie ein neugeborenes Kätzchen und doch eine richtige Miniatur-Kuh, das größte weich behaart, braunweiß und mit langen seidigen Wimpern, nur wenige Wochen vor der Geburt.“

Kurzum um unsere Profitsucht zu befriedigen nehmen wir es in Kauf alles um uns herum, und damit über lang oder kurz auch uns selbst, beiseite zu schaffen. Es muss sich etwas ändern. JETZT! Sonst wird es die Natur für uns tun. Sie braucht den Menschen nicht...

         
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