25. August 2013

Betty's neues Terrarium

Der Königspython ...

... ist über weite Teile West- und Zentralafrikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von Gambia nach Osten bis in den Sudan. Die Art ist hinsichtlich ihres Habitates sehr anpassungsfähig, sie besiedelt den geschlossenen tropischen Regenwald ebenso wie Savannen und landwirtschaftlich genutzte Gebiete bis in die Randbereiche von Siedlungen.

Er ist dämmerungs- und nachtaktiv. Den Tag verbringen Königspythons in Verstecken, meist in Termitenhügeln oder Nagerbauten. In Gefangenschaft klettern junge Individuen gern, ältere Königspythons sind überwiegend bodenbewohnend.

Die Größe liegt im Mittel bei 1232mm, das Gewicht liegt im Mittel bei 1182g, das erreichbare Alter liegt zwischen 20 und 40 Jahren.

Das Terrarium:

Eckdaten für das Terrarium sind eine Temperatur von 24°C - 28°C, Luftfeuchte 60% - 80%, Tag/Nachtrhythmus 12 Stunden. Diese Werte dienen nur als Richtwerte, und variieren je nach simulierter Jahreszeit (Regenzeit/Trockenzeit).

Die Größe des Terrariums sollte nicht zu klein aber auch nicht zu groß sein, da sich der Königsphyton in einem zu großen Terrarium nicht "sicher" fühlt. Betty ist ca. 650mm lang, dafür reicht ein Terrarium mit B/H/T 800mm/700mm/500mm aus. Für eine ausgewachsene, Adulte Königsphyton ca.1200mm ist ein Terrarium B/H/T 1200mm/900mm/600mm angmessen.

Material:

Werkzeug:

Das Entkernen

Terrarium entkernt

Da es sich bei meinem Terrarium um ein gebrauchtes handelt, das ursprünglich für Frösche gebaut wurde, mussten erst einmal die vorhanden Einbauten entfernt werden. Was sich als schwieriger herausstellte als angenommen, da mehrere Schichten Styropor mit Gips und Fliesenkleber mitunter bis zu einer Dicke von 10cm eingebaut waren.

Durch den Einsatz eines Beiles und mit viel Feingefühl und Geduld, konnten die alten Einbauten entfernt werden. Nun musste das Terrarium noch gereinigt und desinfiziert werden.

Das Isolieren

Terrarium isoliert

Dafür verwendete ich 30mm dickes Styropor, wie es in jedem Baumarkt erhältlich ist. Die Überlegung war Styrodur zu verwenden, was jedoch ungemein teurer ist und sich, bedingt durch die Fertigungsweise, nicht ganz so einfach wie Styropor verarbeiten lässt.

Im nachhinein betrachtet, wäre es auch vorteilhafter gewesen den Belüftungsschacht vorne und die Decke zu Isolieren, was jedoch eine feste Verbindung zwischen Glas und Styropor nötig gemacht hätte, was aber mit Acryldichtmasse umsetzbar gewesen wäre. Auch das Auflegen der Decke auf die Rück- und Seitenwände wäre ein Konstruktionsvorteil gewesen.

Maß habe ich außen am Terrarium genommen und in etwa die Glasdicke abgezogen. Die Seitenwände werden durch die Rückwand gestützt, ebenso reichen sie bis ganz nach vorne, um später genügend Material für einen möglichst bündigen Abschluss zu erhalten. Die Stöße habe ich mit Ponal Holzleim verklebt.

Die Möbel

Terrarium Einrichtung

Die Königspyhton verbringt meist den Tag, lichtgeschützt, oben in Spalten oder Löchern (Termitenhügeln, Nagerbauten, Felsspalten, Bäumen).

Ein Terrarium sollte in mehrere Klimazonen eingeteilt werden, so das die Bewohner ihre Temperatur nach Möglichkeit selbstständig regulieren können.

Unter Einbeziehung dieser Voraussetzungen, entschied ich mich, Bereiche mit unterschiedlichen Licht-, Temperatur- und Schutzzonen zu schaffen. Links ganz oben, eine tiefe auch von oben geschlossene "Felsspalte", die bedingt durch die Bauart der Wärmelampe fast nicht vom Licht erreicht wird. Rechts in halber höhe eine offene nur indirekt vom Licht erfasste Fläche. Eine rechts vor dem Wasserbecken, die teils direkt und teils indirekt von der Lampe bestrahlt wird. Und direkt unter der Wärmelampe im Grund. Der später eingesetzte Ast bietet weitere Regulierungszonen.

Die einzelnen Elemente habe ich grob mit dem Sägeblatt ausgeschnitten, die Rückseite und das entsprechende Seitenteil habe ich rechtwinkelig belassen. Danach habe ich die Teile an den vorgesehen Ort im Terrarium gehalten und mit einem Stift markiert und anschließend mit dem Cutter Messer ausgeschnitten, so das die Bauelemente in die Rückwand bzw. Seitenwand eingeschoben werden, das ganze habe ich mit Holzleim verklebt. Für das Wasserbecken und die davor befindliche Fläche, habe ich einfach 3 Styropor Platten mit Holzleim aufeinander geklebt, und in der oberen den Radius, abzüglich einigen Millimetern, des Blumentopf Untersetzer ausgeschnitten. Als Steighilfe für die "Felsspalte" habe ich eine Säule aus einzelnen schichten Styropor mit unterschiedlichen Radien aufeinander geklebt. Ebenso habe ich noch einige Stützelemente mit Holzleim auf den Unterseiten angeklebt.

Nachdem der Holzleim trocken war, hab ich die Kanten mit der Lötlampe, auf kleinstmöglicher Stufe geglättet, und einzelne Strukturen geschaffen. ebenso kann man in die Seiten- bzw. Rückwand Unebenheiten und kleine Vertiefungen einschmelzen. Dazu könnte man auch 50mm anstatt 30mm dickes Styropor verwenden um den Effekt zu maximieren.

Den vorderen Abschluss der Seitenwände hab ich zuerst mit einer Fase nach innen versehen, ein "natürlicheres" Aussehen habe ich dann mit der Lötlampe erreicht, mit der ich dann auch die Seitenteile soweit zurück geschmolzen habe bis sich gerade so die Schiebetüren schließen ließen.

Die Tapete

Terrarium verputzen

Um die Styroporplatten zu stabilisieren und vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen hab ich sie mit flexiblem Sicherheits-Fliesenkleber überzogen. Gips ist gänzlich ungeeignet, da er zum einen zu schwer ist und zum anderen bei Feuchtigkeit Faulen kann.

Den Fliesenkleber hab ich grob mit der Japanspachtel aufgetragen und anschließend mit einem nassen Pinsel in alle Ecken und Kanten verteilt. Je nach Auftragsdicke kann man nochmals Strukturen schaffen.

Noch einige Detailansichten:

Terrarium Säule Terrarium Wasserbecken

Um nun dem ganzen das triste Grau zu nehmen, habe ich nachdem der Fliesenkleber abgetrocknet war, mit Terrariensand eine ansehnliche Struktur auf den Wänden geschaffen. Dazu habe ich verschiedene Techniken angewandt, große Flächen habe ich direkt mit verdünntem Holzleim eingestrichen und dann mit Sand beworfen, Ecken und Spalten habe ich mit einen Gemisch aus verdünntem Holzleim und Sand bestrichen. Was aber ein ständiges rühren der Mischung erfordert, jedoch kann man so auch noch kleinste Strukturen erzeugen.

Denkbar wäre hier nun nochmals mit Lösungsmittel freien Farben weiter zu arbeiten, und die Krönung wäre, unter Einbeziehung von Airbrush Technik

Das fertige Terrarium

Terrarium fertig

Das fertige Terrarium in der Austrocknungsphase, deshalb noch ohne Schutzgitter an der Wärmelampe. Das Ergebnis kann sich doch sehen lassen? Den Ast hab ich zuvor mit Hitze (Backofen, heißes Wasser) desinfiziert.

Wie geplant, nutzt Betty tagsüber die Felsspalte links oben, die mehr oder weniger im dunkeln liegt.

Das erhöhte und üppig dimensionierte Wasserbecken bietet ausreichend viel Platz zum eventuellen Baden in der Häutungsphase. Die große Wasseroberfläche dient zusammen mit dem später noch hinzugefügten Vulkangestein als Klimaregulator.

Die Materialkosten (ohne Terrarium, Lampe und Hygrometer) beliefen sich auf nicht einmal 30€. Die Bauzeit betrug ca. 10 Stunden, über 2 Tage verteilt.

         
3 Bewertungen Ø5
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